Zwei Wochen soll die Nationale Partei Schweiz (NPS) bestanden haben. Und sie hat einiges erreicht: Eine Blamage für die NPD, eine Gegendemo, eine Strafklage wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm und eine Aufforderung an die Behörden, die Partei zu verbieten.
Bereits vor Monaten stellte die Nationaldemokratische Partei Deutschland (NPD) die Gründung einer Schweizer Sektion in Aussicht. Vergangene Woche veröffentlichte die Berner Tageszeitung «Der Bund» die Meldung, dass am 16. April in Bern als NPD-Ableger eine Nationale Partei Schweiz (NPS) gegründet worden sei. Geplant sei am 30. April ein Kongress mit drei NPD-Offiziellen gewesen, bis der betroffene Wirt über die wahre Identität der Saalveranstaltung orientiert worden sei.
Dem anschliessenden Mediendruck waren die Parteigründer bereits nicht mehr gewachsen, so dass der 24-jährige NPS-Präsident David Mulas die Auflösung ankündigte. Skinhead Mulas, bis Parteigründung einige Wochen lang Praktikant beim links-alternvativen Lokalradio Radio RaBe, hatte zuerst behauptet, die Partei habe sechzig Mitglieder, später dann korrigiert, die NPS bestehe aus zwei Mitgliedern. Mulas selber und die Parteisekretärin Sabine Schweigert. Zuerst spielte Mulas den grossen Parteiführer, später den politischen Naivling. Seine Stellungnahmen änderten täglich, einmal sagte er, dass die Partei «die Erhaltung Europas und der weissen Rasse» im Parteiprogramm habe. Auch sprach er von der «jüdischen Republik». Am folgenden Tag dementierte er seine Aussagen wieder. Wie dem auch sei: Die Meldung trug der NPS bereits eine Strafklage mit Verbotsantrag durch die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) ein.
Statuten und Parteiprogramm allerdings will Mulas nicht rausrücken. Dem Berner Skinhead sind rassistische Tiraden zuzutrauen: Mitte Januar 2000 liess er sich vom Berner Lokalfernsehen «Telebärn» interviewen. Unter anderem posierte er - zusammen mit einem vermummten Gesinnungskameraden - hinter einer Keltenkreuz-Fahne. Das Keltenkreuz gilt einschlägig als Zeichen für die Vorherrschaft der weissen Rasse. Am Samstag demonstrierten in Bern jedenfalls rund hundert Jugendliche gegen die «Tarnorganisation für gewalttätige Neonazis».