Nach der Initiative des Schweizer Tierschutzes (STS), die das Verbot des (betäubungslosen) Schächtens wieder in die Verfassung festschreiben will, will Erwin Kesslers Verein gegen Tierfabriken (VgT) nun noch einen Schritt weiter gehen.
Der VgT will erstens das Schächtverbot auf Geflügel ausdehnen und zweitens den Import, den Vertrieb und auch den Konsum von geschächtetem Fleischs verbieten. Dies meldete der VgT zu Wochenbeginn auf seiner Internet-Seite. Strenggläubige könnten, so die höhnische VgT-Begründung, mit vegetarischer Ernährung "in vollkommenen Einklag mit ihrer Religion leben".
Bereits am 26. März soll der Initiativtext im Bundesblatt veröffentlicht werden. Ein Sprecher der Bundeskanzlei bestätigt auf Anfrage, dass die Initiative "mit grösster Wahrscheinlichkeit" am kommenden Dienstag publiziert wird. Gemäss eigener Ankündigung will der VgT in den kommenden Monaten allen Haushaltungen der Deutschschweiz eine Unterschriftenkarte zukommen lassen, eingelegt in die neueste Nummer der VgT-Nachrichten, deren Auflage diesmal 2,6 Millionen Exemplare betragen soll. Offenbar hoffen Kessler und Konsorten allein mit dieser üblicherweise uneffizienten Sammlungsmethode genügend Unterschriften beibringen zu können: "Andere Unterschriftensammlungen finden nicht statt", kündigte Kessler auf seiner Homepage an. Dort kann auch bereits die neueste Nummer der VgT-Nachrichten eingesehen werden. Die für die Grossauflage vorgesehene Nummer enthält die bei Kessler übliche Suada: die Landesregierung und den baselstädtischen Regierungsrat bezeichnet er beispielsweise als "Unmenschen". Und in einem Beitrag zur SIG-Stellungsnahme zum Schächtverbot schreibt Kessler von einer "widerlichen Verlogenheit der organisierten Juden". Dennis Rhein, Generalsekretär des SIG, erklärte auf Anfrage, dass sie Erwin Kessler und der VgT ständig im Auge behalten würden - im Moment bestehe jedoch kein Handlungsbedarf.