Wieder einmal ein brauner Fleck auf der weissen Weste.
Seit Jahren sagen Schweizer Demokraten SD, sie würden sich "nicht für Neonazis und dergleichen" interessieren. "Entsprechende Aktivitäten" hätten, so schreibt der Zürcher SD-Gemeinderat und Wahlkampfleiter Patrick Blöchlinger auf Anfrage, "bei den SD nichts zu suchen und würden wir auch nicht dulden". Doch in Winterthur nehmen sie offenbar nicht so genau: Auf der Kantonsratsliste der Winterthurer SD belegt der 30jährige glatzköpfige Sachbearbeiter Manuel Walker die ersten beiden Listenplätze. Noch Ende August 2009 sass Walker in Liestal vor dem Strafgericht, zusammen mit sechs weiteren Rechtsextremen. Sie waren zwischen Frühling 2005 und Anfang 2007 an Übergriffen und Angriffen beteiligt, zum Teil auf AusländerInnen, im Baselbiet, Fricktal und der Region Solothurn. Während der Verhandlung wurde auch bekannt, dass Walker bereits Ende Februar 2008 vom Landgericht Lörrach wegen der Verwendung verbotener (das heisst nationalsozialistischer) Zeichen eine Strafe von 30 Tagessätzen aufgebrummt erhalten hatte. Walker bewegte sich nachweislich viele Jahre lang in der Schweizer Naziskin-Szene, vor allem in der Region Grenchen. Ein Foto, das der Wochenzeitung WOZ vorliegt und wohl im Sommer 2005 aufgenommen wurde, zeigt Walker als Skinhead im Wald, die Hand zum Hitlergruss erhoben. Zusammen mit einem Kameraden veranstaltete Walker Ende November 2006 ein Naziskin-Konzert. Es war zuerst im Raum Grenchen/Mittelland geplant, wurde jedoch wegen Medienberichten ins Toggenburg verlegt. Vor dem Baselbieter Strafgericht erklärte Walker noch, dass er nun bei PNOS aktiv. Auf WOZ-Anfragen reagierten die Winterthurer SD-Verantwortlichen bis Redaktionsschluss nicht.