Es gehe bei der Partei National Orientierter Schweizer PNOS zurzeit "Schlag auf Schlag", schreiben die Rechtsextremisten auf ihrer Homepage.
Nachdem die Partei kürzlich im Berner Oberland eine Sektion gegründet habe, sei nun am ersten Septembersonntag auch in Willisau/Kanton Luzern eine Ortsgruppe gebildet worden, erster "Ortsgruppenvorsitzender" sei Michael Vonäsch. In der Tat: Zu Schlägen aufgelegt war Vonäsch bereits vor knapp zwei Jahren, als er Ende Oktober 2004 zusammen mir rund zwei Dutzend "Kameraden" eine Antifaschistische Kundgebung in Willisau angriff. Dafür war der inzwischen 24jährige Autolackierer im Sommer 2005 zu 6 Wochen Gefängnis bedingt und zu einer Busse von 600 Franken verurteilt worden. Damit verfügt die PNOS über einen weiteren Exponenten, der wegen Angriffen auf missliebige Personen vorbestraft ist.
Mit Ignoranz reagierte der Willisauer Gemeindepräsident Robert Küng (FDP) auf die Neugründung. Gegenüber der "Neuen Luzerner Zeitung" behauptete er, Willisau habe keine speziellen Probleme mit der rechtsextremen Szene, bekannt sei jene im nicht weit entfernten Langenthal. Dabei machen sich Rechtsextremisten bereits seit Jahren immer wieder in der Region bemerkbar. Seit über einem Jahr stand die Homepage des "Willisauer Widerstands" (WW) im Netz, die Mitglieder behaupteten szeneüblich "Patrioten" zu sein, doch liebten sie den Auftritt mit nationalsozialistischen Emblemen. Mit der PNOS-Ortsgruppengründung verschwand nun auch die WW-Internetpräsenz. Bereits vor der Ortsgruppengründung war Vonäsch Mitte Mai 2006 an der Gemeindeversammlung als "PNOS-Kandidat" erfolglos zur Wahl für die Einbürgerungskommission aufgetreten. An der Versammlung hatte er - gemäss einem Bericht der Lokalzeitung "Willisauer Bote" - erklärt, dass er "die anständigen Ausländer aus den Nachbarländern" einbürgern würde, aber "grundsätzlich" gegen Einbürgerungen von Menschen aller anderen Nationalitäten sei. Trotz dieser rassistischen Aussage hatte er die Stimmen von rund einem Fünftel der Anwesenden erhalten.
Anfang Mai 2004 agitierte der "Nationale Widerstand Hinterland" erfolgreich mit einem Flugblatt gegen Einbürgerungen in Willsau-Land. (Willisau-Stadt und -Land haben in der Zwischenzeit fusioniert.) Im Langenthaler Skinzine "Der Widerstand" rühmte sich ein "unbekannter Hinterländer": Der Gemeinderat habe "zehn volksfremde Menschen aus dem Balkan" einbürgern wollen, doch "die Rechnung ohne die heimat- und volkstreuen Kameraden des Nationalen Widerstandes Hinterlandes" gemacht. An der Gemeindeversammlung habe sich gezeigt, "dass es gelungen war, genügend Leute zu mobilisieren, um die Einbürgerungen abzulehnen". Es braucht also ziemlich viel Anstrengung eines Gemeindepräsidenten, um soviel Aktivitäten übersehen zu können.