Holocaust-Leugner gründen einen Verein zur Abschaffung der Rassismus-Strafnorm.
Mitte Januar 1999 gründeten in Bern verschiedene Schweizer Holocaust-Leugner den Verein «Vérité et Justice / Wahrheit und Recht». Gemäss den der WoZ vorliegenden Statuten hat der Verein seinen Sitz im freiburgischen Châtel-Saint-Denis, dem Wohnort von Vereinssekretär René-Louis Berclaz. Der Verein bezweckt die «Zentralisierung von Informationen» bezüglich der Anwendung der Rassismus-Strafnorm. Er will eine Datenbank aufbauen, deren Informationen allen zur Verfügung gestellt werden sollen, die in einschlägigen Strafverfahren stecken. Im Weiteren will der Verein Volksinitiativen unterstützen, welche die Abschaffung der Rassendiskriminierungs-Strafnorm verlangen, und dafür vor allem in der Westschweiz tätig sein.
Als Präsident des Vereins amtet der umtriebige Basler Jürgen Graf. Berclaz und Graf sind als Holocaust-Leugner schon einmal verurteilt worden; die Urteile sind jedoch noch nicht rechtsgültig. Vize-Präsident und Kassier ist Philippe Brennenstuhl aus Orbe im Kanton Waadt. Auch Brennenstuhl, obwohl bis anhin noch nie öffentlich als Holocaust-Leugner aufgetreten, besitzt einschlägige Verbindungen. Zusammen mit dem jungen Genfer Anwalt Patrick Richard, Verteidiger des Lausanner Altfaschisten Gaston Armand Amaudruz, gründete er im Februar 1998 eine «Fondation Aequitas» mit Sitz in Genf. Der Zweck der Stiftung ist offensichtlich die Unterstützung von Holocaust-Leugnern. Umschrieben ist der Stiftungszweck mit der Förderung einer freien historischen Forschung und der Unterstützung von einschlägig verfolgten Personen. Über bisherige Aktivitäten der Stiftung ist nichts bekannt.
Knapp zwei Jahre nach der erstinstanzlichen Verhandlung vor dem Bezirksgericht Meilen hat das Zürcher Obergericht das Urteil gegen Arthur K. Vogt weitgehend bestätigt und den über achtzigjährigen Holocaust-Leugner zu einer Busse von 18 000 Franken verurteilt. Vogt hat gegen seine Verurteilung sowohl beim Bundesgericht wie auch beim Kassationsgericht Nichtigkeitsbeschwerde eingereicht. In der Zwischenzeit agitiert er weiter. Über sein Postfach an seinem Wohnort Erlenbach vertreibt Vogt die neuste Nummer von «Aurora», dem Bulletin der Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der Zeitgeschichte (AEZ), des Zusammenschlusses der Schweizer Holocaust-Leugner. Das Heft enthält neben einem Text über den Prozess gegen Jürgen Graf auch einen Artikel von Vogt, in dem dieser behauptet, der Holocaust sei die Weltreligion des 21. Jahrhunderts.