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Knapp ein halbes Jahr haben sie kein Lebenszeichen von sich gegeben, die Westschweizer Holocaust-Leugner der Vereinigung «Vérite & Justice», die eigentlich seit März 2002 verboten ist. Doch kurz nach Jahreswechsel platzierten sie auf ihrer Homepage die Dezember-Nummer ihres «privaten Briefes mit vertraulichen Informationen».

Das vierseitige Blättchen enthält nur zwei Artikel. Zuerst einen Text eines Israel Shamir. Dieser ist ein israelischer Staatsbürger russischer Herkunft, der vor wenigen Jahren zum katholischen Glauben übertrat und inzwischen zum militanten Antisemiten mutiert ist und im Artikel die Aktivitäten der Holocaust-Leugner lobt. Ein Israeli als Antisemit, eine höchst willkommener Referenzgrösse für AntisemitInnen. Der zweite Text stammt von «verantwortlichen Redaktor» René-Louis Berclaz. Er behauptet, die Nürnberger Prozesse seinen ein Ritualverbrechen (crime rituel) gewesen, wie bereits im Buch Esther vorgezeichnet. Nichts Neues also: Die Holocaust-Leugner sind geifernde Antisemiten. Eine kleine Neuigkeit verrät das Vereinsblättchen trotzdem: «Vérité & Justice» ist neu über ein Postfach in Vevey erreichbar. Doch die Interessierten werden ausdrücklich gebeten, den Vereinsnamen «Vérité & Justice» in der Adresse nicht zu erwähnen. Ob dies wohl damit zusammenhängt, dass sowohl Berclaz wie auch das weitere Vorstandsmitglied Philippe Brennenstuhl in der Vergangenheit wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm verurteilt worden sind? Wir bleiben dran.