Erwin Kessler, Präsident des Vereins gegen Tierfabriken, bewegt sich zunhehmend in rechtsextremen Zusammenhängen. Neuestes Beispiel: In einem Brief an den Ehrenpräsidenten der Isrealitischen Cultusgemeinde, stützt er sich auf Materialien des Holocaust-Leugners Gerhard Förster.
Bereits bei den Verhandlungen vor dem Bezirksgericht Bülach konnte Erwin Kessler, Präsident und Lohnabhängiger des Vereins gegen Tierfabriken, auf seine folgsamen Anhänger zählen. Unwidersprochen liessen sie Kesslers vielfache antisemitische Ausfälle. Nach Kesslers Verurteilung zu zwei Monaten Gefängnis unbedingt wegen Widerhandlung gegen die Antirassismus-Strafnorm erschienen in vielen Deutschschweizer Zeitungen Leserbriefe. Offenbar eine organsierte Kampagne. Tenor der veröffentlichen Briefe: Kessler sei nur die Tierliebe zum Verhängnis geworden, aber der Schächtgegner Kessler habe eben einflussreiche Gegner. Einige der Zuschriften sind grob antisemitisch und verstossen möglicherweise gegen die Rassismus-Strafnorm.
Aber auch Sigi Feigel, Anwalt der Privatklägerin, erhielt in den Wochen nach Kesslers Verurteilung krasse antisemitische Post. Wie immer meist anonym. Bereits vor der Urteilsverkündigung hatte er Morddrohungen erhalten, so dass er mit einer Leibwache zur Urteilsverkündigung erscheinen musste.
Auch Erwin Kessler hat sich bei Sigi Feigel gemeldet und damit einen weiteren Hinweise auf seine rechtsextremen Ideengeber geliefert. Diesmal heisst der Einflüsterer Gerhard Förster, war einst Panzerkommandant der Deutschen Wehrmacht und ist heute Geschäftsführer des Neuen Visionen Verlages in Würenlos. Der Verlag verbreitet die Bücher des Basler Holocaust-Leugners Jürgen Graf und auch ein Buch in der Tradition antisemitische Talmud-Uebersetzungen. (Richtig: Talmud-Zusammenstellungen). Kessler ist sich nicht zu schade, um von Sigi Feigel eine Stellungsnahme zu wenigen willkürlichen Talmud-Zitaten zu verlangen.
Seinen Gang in den rechtsextremen Sumpf dokumentierte Kessler bereits in seiner Zeitschrift "VgT-Nachrichen", als er das neueste Büchlein des Baslers Holocaust-Leugners Graf empfahl. Kessler erhielt auch rechtsextreme Unterstützung. Der Basler Ernst Indlekofer unterstützt in seiner Zeitschrift "Recht+Freiheit" den antisemitischen Tierschützer. Kesslers Äusserungen seinen "in unglaublicher Weise verdreht und verfälscht" worden, "um daraus ein Rassismus-Delikt zu konstruieren", schreibt das einstige SVP-Mitglied, das diese Woche wegen Widerhandlung gegen die Antirassismus-Strafnorm vor dem Basler Strafgericht erscheinen muss.