Einmal hütt, einmal hott.
Noch Ende vergangener Woche verkündete Erwin Kessler, Präsident des Vereins gegen Tierfabriken (VgT), es bestehe wieder Hoffnung, dass die VgT-Antischächt-Initiative doch noch zusammenkommen könnte. Kessler wollte nun noch bis Juli Unterschriften sammeln lassen. Den Sammlern empfahl er unter anderem, an Ständen in der Schweiz tätig zu werden. Am Montag dieser Woche sieht jedoch bereits wieder alles anders aus. Auf der VgT-Homepage kündigt Kessler nun an: Die ins Auge gefasste VgT-Rettungsaktion könne "wegen unerwartet hohen Kosten (150'000-200'000 Franken)" nicht durchgeführt werden. Das Scheitern sei, so der VgT weiter, "schon im vergangenen Mai" festgestanden. Ein Misserfolg, der dem VgT teuer zu stehen kommt: Im vergangenen Frühjahr hatte der Verein die "VgT-Nachrichten" (Auflage 2, 7 Millionen) mit einem Unterschriftenbogen in alle Haushalte der Schweiz verschicken lassen, ein Unterfangen, das mit Sicherheit mehrere hunderttausend, wenn nicht gar eine Million Franken gekostet hat. Die nun mutmasslich gescheiterte VgT-Initiative wollte erstens das Schächtverbot auf Geflügel ausdehnen und zweitens den Import, den Vertrieb und auch den Konsum von geschächtetem Fleischs verbieten. Weiterhin gedenkt jedoch der Schweizer Tierschutz (STS) seine Schächt-Initiative einzureichen. STS-Präsident Heinz Lienhard hat jedoch in einem Tachles-Interview (31. Januar 2003) in Aussicht gestellt, dass der STS die Initiative allenfalls gegen einen Gegenvorschlag zurückziehen werde.