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Achtzehn Rechtsextremisten hat die Luzerner Kantonspolizei als Täter ermittelt, die am 30. Oktober 2004 in Willisau/Kanton Luzern die TeilnehmerInnen einer bewilligten Kundgebung gegen Rassismus angegriffen hätten. Die meisten der Beschuldigten würden einer "Kameradschaft" namens "Helvetische Jugend" (HJ) angehören. Noch Ende Januar hatte sich der HJ-Webmaster Stefan Wüthrich gegen die Anschuldigung verwahrt, die HJ würde "Angriffe auf uns unliebsame Menschen" machen. Doch den rechtsextremistischen Worten folgte wieder einmal die Tat.

Die HJ ist eine Organisation im Umfeld der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) und wurde Anfang Juli 2004 gegründet. Gemäss Angaben auf der HJ-Homepage sind die Mitglieder 17- und 25-jährig und wohnen im Oberaargau, dem Luzerner Hinterland, dem Wiggertal und dem angrenzenden Aargau. Zu ihren Zielen gehört, dass "der Multikultur ein Ende gesetzt" werde. Dies will sie unter anderem erreichen mit einem Kampf gegen Ausländer und Linke, unter anderem mit "Rückführung von gewalttätigen Ausländern. Ausländeranteil muss gesenkt werden" oder mit "besserer und neutraler Bildung von Schweizerschulen (nicht weiter linke Stalin und Lenin Propaganda)". Bei so viel Realitätsverlust überrascht auch die unorthodoxe Sprache nicht mehr. Mitglieder der Helvetischen Jugend beteiligten sich am "Rütli-Marsch" am 1. August, sie verteilten zu wiederholten Malen Flugblätter, unter anderem gegen die erleichterte Einbürgerung von AusländerInnen. Vor allem aber beteiligten sich die Mitglieder der HJ am Wahlkampf zu Gunsten des Langenthaler PNOS-Parlamentariers Tobias Hirschi.