Seit Anfang Woche ruft die Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) zur Teilnahme an der 1.-August-Feier auf dem Rütli auf. Unbekannt bleibt allerdings, wie und von wo aus die Rechtsextremisten zur Feier gelangen möchten. Der PNOS-Aufruf ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Die Ankündigung widerspricht dem Klischee des dumpfbackigen Rechtsextremisten. Der PNOS-Schreiber lässt sich nämlich ausführlich von Friedrich Schillers «Wilhelm Tell» inspirieren. Beispielsweise wenn er schreibt: «So müssen wir Nationalisten uns auf unserem eigenen Erb' und väterlichen Boden uns verstohlen zusammenschleichen, wie die Mörder tun, und bei Nacht, die ihrem schwarzen Mantel dem Verbrechen und der sonnenscheuen Verschwörung leihet, unser gutes Recht zu holen.»
Der Aufruf widerspricht aber auch der Grundannahme einer Nationalfonds-Studie aus dem Institut des Zürcher Soziologen Kurt Imhof, wonach die Rechtsextremisten die mediale Öffentlichkeit suchen würden. In seinem Rütliaufruf beschimpft der PNOS-Schreiber die «Journaille und ihre Effekthascher», die danach trachten würden, den «Schweizer Volkskörper zu vergiften» und die Eskalation zwischen «repressiver Staatsgewalt und Exponenten der Erneuerungsbewegung zu schüren».