Konservative Innerschweizer, besonders jene römisch-katholischer Konfession, nagen schwer am Bedeutungsverlust der christlichen Religionen. Auch im Kanton Luzern, einst dominiert von den Katholisch-Konservativen. Vor einigen Jahren verlangte die CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann in einer Motion, dass „Symbole der christlich-abendländischen Kultur im öffentlichen Raum“ zuzulassen seien. Sie wollte damit erreichen, dass „nicht Einzelpersonen oder einzelne Gruppierungen unter Bezugnahme auf individuelle Grundrechte wie Glaubens- und Gewissensfreiheit unsere schweizerische Kultur infrage stellen“ könnten. Der Vorstoss war eine Reaktion auf die eingeforderte Durchsetzung des Kruzifixverbotes in Schulzimmern in einer Luzerner Landgemeinde. Glanzmann blieb schlussendlich erfolglos.
In diesen Wochen kämpfen Verfechter christlicher Dominanz in der Stadt Luzern gegen die Umgestaltung der Abdankungshalle des Friedhofs Friedental. Diese war 1917 als konfessionsneutrale Anlage erbaut worden, später jedoch mit Wandmalereien (Christus am Kreuz, biblische Motive und Engel) religiös aufgeladen worden. Nun wollen Stadtregierung und Parlament die Anlage wieder konfessionsneutral gestalten.
Ein Komitee unter CVP-Führung, darunter die Nationalrätin Andrea Gmür-Schönenberger, hat jedoch erfolgreich eine Volksabstimmung durchgesetzt. Die Stimmenden entscheiden an diesem Wochenende. In ihrer Kampagne beklagen die politischen Christen „die leider bereits erfolgreichen Bestrebungen, dass der öffentliche Raum konfessionsneutral auszugestalten“ sei. Sie bestehen auf der Präsenz von „Symbolen unserer christlich-abendländisch geprägten Gesellschaft“. Das Komitee kämpft auf verlorenem Posten. Auch in der Stadt Luzern haben sich viele Menschen wenn nicht vom Glauben, dann doch von den christlichen Landeskirchen abgewandt. (HS)