Am vergangenen Wochenende streuten Rechtsextremisten im Fürstentum Flugblätter der "Europäischen Aktion" EA, worin sie die Ausweisung aller nichteuropäischer Einwanderinnen und Einwanderer fordern. Eine Woche zuvor sprach der EA-"Landesleiter" Oliver Hasler am "Europafest" auf dem Odilienberg in den französischen Vogesen.
Wie andere Rechtsextremisten wollen auch EA-Aktivisten zwar politisch tätig sein, doch unerkannt bleiben. So begründete die - mit der EA verbundene - "Volkstreue Jugend Liechtenstein" ihre Öffentlichkeitsscheu vor kurzem damit, dass "heimattreue Aktivisten" von den "etablierten Mächten" zu "untragbaren Kontrahenten" erklärt würden.
Am Samstag vor einer Woche (8.September) traf sich die "Europäische Aktion" zu ihrem zweiten "Europafest", nachdem die Rechtsextremisten im vergangenen Jahr sich zuerst in der Ostschweiz treffen wollten und anschliessend in Einsiedeln polizeilich kontrolliert wurden. Wie im vergangenen Jahr hatte die EA versuchte in Liechtenstein einen Raum mieten zu können. Auch dieses Jahr vergeblich.
Landesleiter Oliver Hasler
Ausgewichen sind EA-Aktivisten ins Elsass, auf dem Odilienberg, südwestlich von Strassburg. Unter den rund zehn Rednerinnen und Redner ist dieses Jahr auch ein "23jähriger" Liechtensteiner. Dies meldet die Organisation auf ihrer Homepage. Seine Rede habe "besondere Beachtung" erfahren, da seine Gruppe es geschafft habe, "die Europäische Aktion zu einem Begriff in der Bevölkerung zu machen".
Den Namen des Landesleiters nennt die EA nicht. Ausser am Donnerstag vergangener Woche, da ist der Name "Oliver Hasler" während mehrerer Stunden online. Bereits vor Monaten tauchte der Namen des jungen Mannes aus Nendeln auf der gehackten Kundenliste eines bei Rechtsextremisten beliebten Versandes auf. Online ist zwischenzeitlich auch seine Rede. Hasler berichtet, dass er auch "aktiv in der Landesleitung der Schweiz" sei, obwohl es noch gar keinen "aktiven Stützpunkt" in der Schweiz gibt. Sie seien erst daran "die verstreuten Kameradschaften der Schweiz zu einer Zusammenarbeit zu ermuntern". Anders in Liechtenstein. Hasler und seine "Weggefährten" wollen mit "einer Regelmässigkeit von drei Monaten" Flugblätter verteilen. Bereits hätten sie 60'000 Exemplare verteilt. Unerwähnt lässt er, wer für die Kosten aufkommt und ob es seiner Gruppe gelungen ist, weitere Anhänger zu finden.
Verbund von Rechtsextremisten
Die Europäische Aktion wurde vor rund zwei Jahren vom Schweizer Holocaust-Leugner und aktuellen EA-Anführer Bernhard Schaub gegründet. Sie strebt einen Zusammenschluss von Rechtsextremisten aller europäischen Länder an. Sie propagiert ein nationalsozialistisches Europa mit gemeinsamer Militär- und Aussenpolitik, im Übrigen sollen die europäischen Länder unabhängig bleiben.