Buch von Marcel Huber alias Harry Zweifel fand in Deutschland einen Verleger
In der Schweiz wurde es verboten, nun erscheint es in einem rechtsextremen deutschen Versand: das antisemitische Machwerk des Schweizer Verlegers Marcel Huber alias Harry Zweifel.
In grossen Zeitungsinseraten hatte Marcel Huber, Kleinverleger im Bündner Lantsch, Mitte April 1997 das Buch "Uns trifft keine Schuld!" angekündigt. Das Buch sei "Balsam" für alle, die "Lügen, Diffamierungen, Schmähungen und üble Nachreden von den USA und den jüdischen Organisationen über sich ergehen lassen mussten". Als Autor zeichnete ein gewisser "Harry Zweifel". Dahinter versteckt sich Verleger Huber selbst, der in der Schweizer Buchszene wegen seiner Geschäftsmethoden einen wenig seriösen Ruf hat.
Bereits im Vorwort verunglimpft Zweifel alias Huber die Juden als "Brunnenvergifter". Nach einer Klage wegen Verstoss gegen das Anti-Rassismus-Gesetz verfügte der Ilanzer Untersuchungsrichter die Beschlagnahmung. Doch er kam zu spät: Die Bücher waren bereits verschwunden. Laut Huber habe eine "dumme Bemerkung" des Untersuchungsrichters ihn dazu veranlasst, die ganze Auflage in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Deutschland zu schaffen.
Mindestens ein Teil davon ist inzwischen bei einem rechtsextremen Buchversand gelandet. Ende August lieferte die "Scharnhorst-Versandbuchhandlung" aus dem bayerischen Berg ihren Kunden Hubers Pamphlet als "Neuerscheinungs-Ansichtssendung". Der Buchversand gehört dem bayerischen Holocaust-Leugner Gerd Sudholt, dessen verschiedene Verlage seit Jahren im Deutschen Verfassungsschutzbericht als rechtsextremistisch eingestuft werden.
Eine Zusammenarbeit mit dem rechtsextremen Buchvertrieb bestreitet Huber. "Das Buch wird auch von mehreren deutschen Buchauslieferungen geführt." Auch sonst ist Huber sich keiner Schuld bewusst. Sein Buch sei "nicht antisemitisch", behauptet er weiterhin. Allerdings weiss Huber, dass ein vom Untersuchungsrichter eingeholtes juristisches Gutachten zum gegenteiligen Schluss gekommen ist und viele Stellen als antisemitisch eingestuft hat.