Die Bezirksanwaltschaft erhebt Anklage gegen Frank Lübke, Leiter des Zentrums gegen Antisemitismus und Verleumdung (David) wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm. Lübke schrieb im November 2002 einen offenen Brief, den er nach einem Anschlag auf ein von Israelis bevorzugtes Hotel in Kenya an "Bundesrat, Parlament, Schweizerinnen und Schweizer" richtete.Unter dem Titel "Nach dem Kenia-Massaker: Es geht nicht nur um Israel - es geht um alles, was uns wichtig ist!" ruft er dazu auf, "gegen alle intolerant-zerstörerischen Kräfte, die unsere westliche Gesellschaft bedrohen", Stellung zu beziehen. Den Anschlag bezeichnet er als "das letzte Beispiel für die islamistisch-arabisch-palästinensischen Wahnsinnsschlächtereien gegen die jüdisch-israelische Zivilbevölkerung". Georg Kreis, Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, erachtet den Brief als "eine klare Verletzung der religiösen Gefühle von Muslimen in der Schweiz". Später schreibt auch die Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) von "einem bisher nicht vorstellbaren Missbrauch der Meinungsfreiheit" und von einem "eklatanten Verstoss gegen das Antirassismusgesetz"
Nachtrag: Kurz vor Weihnachten 2004 spricht das Bezirksgericht Zürich Lübke von Schuld und Strafe frei. Ende Mai 2005 bestätigt das Zürcher Obergericht den Freispruch der Vorinstanz. Auf eine Nichtigkeitsbeschwerde des Klägers tritt das Bundesgericht Ende Oktober 2005. nicht ein, da dieser nicht beschwerdeberechtigt sei.