Der Tag der Arbeit ist ein politischer Feiertag, den auch die Rechtsextremisten gerne für sich beanspruchen. In den vergangenen Jahren organisierte die Partei National Orientierter Schweizer PNOS mehrmals unangemeldete Demozüge, letztmals 2008, als rund 100 Personen in Fribourg durch die Strassen zogen. In diesem Jahr konnten die Schweizer Rechtsextremen nur noch zehn Köpfe mobilisieren. In Thun wollte dieses Grüppchen Flugblätter bei der Gewerkschaftsdemo verteilen, als "gerade die Schweizer SP-Aussenministerin eine Rede hielt". Dies berichtet die PNOS-Sektion Berner Oberland. Die Rechtsextremen kamen nicht weit, Polizisten stoppten sie und hielten sie mehrere Stunden fest. Danach hätten sie aber, so erklärt der PNOS-Schreiber, noch rund 1000 Flugblätter in Thun verteilt. Der Blatt kritisiert - im linken Sprachjargon - den Kapitalismus, verschweigt aber, dass die PNOS eine nationalistische und rassistische motivierte Umgestaltung der Schweiz anstrebt.
Mehr Erfolg hatte der Basler PNOS-Sektionspräsident Philippe Eglin, der in der bayerischen Kleinstadt Schweinfurt an einer NPD-Kundgebung als Redner auftrat. Eglin habe, so ein Versammlungsteilnehmer in einem einschlägigen Forum, "sehr kämpferisch und revolutionär" gesprochen und sei "für die Einigkeit zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz" eingestanden.