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Sitten und Berlin/Deutschland5. November 2016

In der gestrigen Sendung "Arena" des Schweizer Fernsehens behauptete der SVP-Chefstratege Blocher Christoph, die SVP sei "eine schweizerische Partei" und gehe "nicht mit ausländischen Parteien zusammen". Er behauptete dann auch noch, SVP-Vizepräsident Oscar Freysinger habe ihm erklärt, "er sei nicht dort" - nämlich an der Konferenz der Rechtsaussen-Postille «Compact», herausgegeben vom Journalisten Jürgen Elsässer. Angekündigt waren neben "Minister Freysinger" auch André Poggenburg, Mitglied Bundesvorstand der Alternative für Deutschland AfD, ebenso Lutz Bachmann, Gründer der islamophoben Pegida-Bewegung. Dazu auch Martin Sellner, Exponent der österreichischen Identitären, einer rechtsextremen Bewegung. Hat Blocher geschummelt? Hat er strategisch gelogen? Man weiss es nicht. Nachweisbar jedoch: Heute steht der SVP-Vizepräsident Freysinger in Berlin als Redner auf der Bühne. Er stilisiert zuerst die Kritik an der Veranstaltung als Angriff auf die Meinungsäusserungsfreiheit. Dem Publikum gefällt's. Er holt sich die Sympathien der Islamophoben: "Seit der Minarett-Abstimmung ist die Schweiz kein besetztes Territorium mehr." Er präsentiert sich als Kulturpessimist und christlicher Reaktionär, auch wider die Französische Revolution, ergo die Menschenrechte. Er behauptet, die Worte "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" seien «abgewetzte Begriffe und kein Ersatz für die vorbehaltlos liebende Seele". Er wirbt für ein strategisches Zusammengehen mit Putins Russland, wider die "Hybris der angelsächsischen Welt", gestützt auf die Demut der christlich-orthodoxen Welt: "Sollte Russland unterliegen, ist unsere Zivilisation endgültig am Ende."