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Sitten22. Februar 2016

Die Walliser SVP reicht eine Volksinitiative ein, die das Tragen von Kopfbedeckungen in den Volksschulen verbieten will. Die Partei hatte die Initiative im Februar 2015 lanciert und inzwischen knapp 4'400 Unterschriften sammeln können. Die Partei reagierte vor einem Jahr auf zwei Entscheide des Walliser Kantonsparlamentes. Dieses hatte in den Jahren 2013 und 2014 zwei ähnliche SVP-Vorstösse abgelehnt. Die Initiative verlangt die Ausarbeitung eines Gesetzes für "unbedeckte Köpfe in den Walliser Volksschulen", dies allerdings nur um den formellen Schein zu wahren. "Wir zielen auf die Muslime", gestand in einem Interview mit der Tageszeitung "Tribune des Genève" der Co-Präsident des Initiativkomitees, Jean-Luc Addor, inzwischen neugewählter Nationalrat. Addor bestand darauf, dass im Wallis die Schulen nicht laizistisch seien, sondern einen "bestätigten christlichen Charakter" hätten. Er hat zwar keine Ahnung, wie viele Schülerinnen im Wallis eine Kopfbedeckung tragen. Er behauptet aber, nur muslimische Familien würden "Probleme bereiten", ohne konkrete Beispiele zu nennen. Die Initiative würde auch das Tragen einer Kippa verunmöglichen. "Die Juden", so Addor abwiegelnd, seien im Wallis "sehr diskret". Unterstützung erhoffen sich die Initianten von der katholisch-traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X, Êcone, wie von Vertretern der FDP und der CVP. In ihrer Medienmitteilung zur Einreichung der Initiative bekräftigt die Partei erneut, den Anspruch "Herr im eigenen Haus" bleiben zu wollen.