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Sempach LU16. Mai 2010

Die "SonntagsZeitung" veröffentlicht gekürzt meine Recherche über die Absichten von Rechtsextremen, am letzten Samstag im Juni vom Städtchen Sempach zum Schlachtfeld zu laufen.

Aufmarsch in Sempach
Rechtsextreme wollen am letzten Samstag im Juni in Sempach zum Schlachtgelände marschieren. Diesen Aufruf verbreitet ein Aargauer Rechtsextremist, der im vergangenen Jahr an der Spitze des Aufmarsches mitlief. Auch die Partei National Orientierter Schweizer PNOS kündigt in ihrer Parteizeitschrift einen "würdigen Anlass" an. Auf Anfrage erklärt PNOS Präsident Dominic Lüthard, die PNOS würde "selbstverständlich" am Aufmarsch teilnahmen, ihn jedoch nicht selber organisieren, das seien "andere nationale Kräfte". Genauere Angaben macht er nicht.
Den Luzerner Behörden war die Ankündigung bis anhin nicht bekannt. Harry Sivec, Informationschef des Kantons Luzern, verweist jedoch auf das Reglement über die Benützung des Schlachtfeldes. Dieses verlangt für jeden öffentlichen Anlass eine Bewilligung. Unklar ist noch, wie die die Behörden auf einen unbewilligten Aufmarsch reagieren wollen.
Seit 2003 liefen Rechtsextreme an der vom Kanton organisierten Schlachtfeier im offiziellen Umzug mit und legten anschliessend einen Kranz am Gedenkstein nieder. Im letzten Jahre löste eine Gegen-Kundgebung der Jungsozialisten einen personalintensiven Polizeieinsatz und eine heftige Debatte über die Zukunft der Feier aus. Die Kantonsregierung beschloss daraufhin, in diesem Jahr der Schlacht ausschliesslich in einem werktäglichen Gottesdienst zu gedenken. Dies zum Missfallen der Rechtsextremen und vieler bürgerlicher Rechtsaussen, insbesondere aus den Reihen der SVP.