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Sempach LU5. Juli 2014

Knapp fünfzig Rechtsextreme spazieren hinter Fahnen vom Städtchen zum Schlachtfeld. Sie hören beim Winkelrieddenkmal zwei Rednern zu und wollen nächstes Jahr wiederkommen.

Bis vor fünf Jahren zogen Rechtsextremisten im offiziellen Festzug zum Schlachtfeld, im Jahr 2008 waren es noch über 200 gewesen. Erst nach einer Gegendemonstration der Jungsozialisten (2009) änderte die Luzerner Kantonsregierung das Festkonzept der Gedenkfeier und verhinderte damit eine weitere Beteiligung der Demokratiefeinde. Wie auf dem Rütli organisieren diese nun auch in Sempach einen szeneinternen Aufmarsch, eine Woche nach den offiziellen Feiern.

Am späten Nachmitag ziehen gegen Abend rund fünfzig Leute vom Städtchen zum Schlachtfeld, dies berichtet später die Partei National Orientierter Schweizer PNOS auf ihrer Homepage. Vor dem Winkelrieddenkmal spricht zuerst PNOS-Vizepräsident Adrian Segessenmann. Er behauptet: "Ein Volk ohne Geschichte" sei "ein totes Volk" und "Geschichte schafft Identität". Ein zweiter und ungenannter Redner schaut dann optimistisch in die Zukunft, trotz der geringen Beteiligung: "Gerade junge Menschen würden sich immer mehr für nationale Anliegen stark machen."

Das Schlachtfeld gehört dem Kanton Luzern, öffentliche Veranstaltungen sind bewilligungspflichtig. Die PNOS hatte auch rechtzeitig ein Gesuch eingereicht, doch den Bescheid erhalten, dass sie keine Genehmigung brauche, da sie ihre Kundgebung ja nicht öffentlich ankündige. Sie hätten, lobt die PNOS, eine "würdige Feier" abhalten können, "ohne die Einheitsmedien und Störenfriede". Auf ihrer Homepage kündigt die Partei später an: "Auch im nächsten Jahr werden wir den gefallenen Helden von Sempach gedenken."