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Schwyz15. September 2012

Ein Polizist schiesst auf einen Mann. Dieser sitzt in einem Auto, ist moldavischer Staatsangehöriger und wird verdächtigt, mit einem gestohlenen Auto unterwegs zu sein. Der Autofahrer ist sofort tot, sein Mitfahrer flieht, wird aber später verhaftet. Alles andere ist unklar: War der Erschossene bewaffnet? Hat er den Polizisten bedroht, und wenn ja, wie? Die Untersuchungsbehörden geben den Medien darüber keine Auskunft, ausser dass gegen den Schützen ein Strafverfahren eröffnet worden sei. Doch die Tötung sorgt für heftige Diskussionen. Auch Seppi Spiess, Präsident der SVP-Ortsgruppe Schwyz meldet sich. Er hinterlässt eine Notiz im Facebook-Konto des kantonalen JSVP-Präsidenten, wo bereits andere "Freunde" Tötungsphantasien verbreitet haben. Spiess schreibt: Er habe "richtig Freude" gehabt: "So müsste es sein. Niederschiessen, dann kostet diese Sauware nichts mehr." Was folgt haben die SVP-Exponenten bereits in den vergangen Monaten mehrmals üben können. Sie erklären, der Eintrag sei zwar "untragbar", doch nur "ungeschickt" formuliert, oder "aus dem Moment" heraus geschrieben. Doch auch diesmal zeigt der zivilgesellschaftliche Druck Wirkung: SVP-Politiker Spiess tritt zurück und verlässt die Partei. Und sein Arbeitgeber, der gemäss seinen Leitbild "Rassismus" im Unternehmen nicht dulden will, beurlaubt den gelernten Metzger Spiess für kurze Zeit, sieht dann aber von weiteren Sanktionen ab. Tage später veröffentlicht die SVP des Kantons Schwyz eine relativierende Medienmitteilung, in der sie die "unbedachte" Wortwohl Spiess' kritisiert, doch diese als "Ausdruck" einer Wut gedeutet wird: "Der Wut nämlich, dass im attraktiven Einwanderungsland Schweiz kriminelle Ausländer mindestens gefühlsmässig mit Samthandschuhen angefasst werden".