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Savièse VS25. Mai 2016

Am 1. Juni feiert die offizielle Schweiz mit grossem Aufwand die Eröffnung des bedeutenden Infrastrukturprojektes «Gotthard-Basistunnel». Auch Vertreter von zwei christlichen Bekenntnissen sowie der jüdischen sowie der muslimischen Gemeinschaft erhalten einen Auftritt. Sogar ein Vertreter der Religionslosen soll an der Zeremonie teilnehmen. Gegen die Präsenz des Imam Bekim Alimi aus Wil SG erhob sich in den vergangenen Tagen Widerstand. Gleich zwei Briefe sandte der Unterwalliser SVP-Nationalrat Jean-Luc Addor an Bundesrätin Doris Leuthard (CVP). Im ersten Schreiben munkelte er unbestimmt von einer Religion, «die wachsende Probleme in unserem Land» schaffen würde. In seiner zweiten Zuschrift hält Addor dem unerwünschten Vertreter der Föderation islamischer Dachorganisationen der Schweiz dann vor, dass er ein «Ausländer» sei und Vertreter einer «zweifelhaften Organisation». Dann stellt der SVP-Politiker die «Legitimation» des Auftrittes überhaupt in Frage, da der Imam Vertreter einer Religion sei, die in der Schweiz «weder altüberliefert noch offiziell» sei. Sie sei, so behauptet Addor erneut, «eine politische Religion» und einige ihrer Prinzipien seien mit «unserer Zivilisation» nicht vereinbar. Dem islamophoben SVPler ist es daher ein veröffentlichungswürdiges Anliegen, Bundesrätin Leuthard wissen zu lassen, dass er sich für die Eröffnungsfeierlichkeiten entschuldige.