Hat er oder hat er nicht, der Philipp Müller, heute Präsident der FDP Schweiz? Begonnen hat er ja als Propagandist fremdenfeindlicher Themen und Initiativen, meist vorgetragen ohne Ausfälle gegen Ausländerinnen und Ausländer. Dies im Gegensatz zu den traditionellen Fremdenfeinden, wie den Schweizer Demokraten. Das Ziel der politischen Vorstösse aber blieb: Erschwerung von Einreise und Niederlassung sowie Schwächung der Rechte von Ausländerinnen und Ausländern. Nun berichtet der pensionierte Weltwoche-Redaktor Urs Paul Engeler in einem fulminanten Totalverriss über Müller: "Im launigen Gespräch mit guten Kollegen warnt er (stets mit dem feigen Verbot, ihn wörtlich zu zitieren) vor einer <drohenden Vernegerung> der Schweiz." Der "Weltwoche"-Vorwurf erreicht wenig Beachtung, nur der Tages-Anzeiger nimmt zwei Tage später den Steilpass auf. Auf TA-Anfrage erklärt Müller, der von Engeler nicht kontaktiert worden war: "Dass Herr Engeler seit Jahren in übelster Art und Weise systematisch gegen FDP-Politiker wie die Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Didier Burkhalter, gegen Karin Keller-Sutter oder mich schiesst, ist bekannt. Die jüngste Tirade passt bestens in diese skurrile Sammlung von Falschdarstellungen und verdrehten Fakten dieses Schreibers." Die "angeblichen und abstrusen Zitate aus anonymer Quelle" wolle er nicht kommentieren.Mit Verlaub, klare Dementi sehen anders aus. Ebenfalls aus Anfrage erwidert Weltwoche-Chefreaktor-Stellvertreter Philippe Gut denn auch: "Die zitierten Aussagen sind absolut verlässlich." Zwei Fragen bleiben: Ist die "Weltwoche" bzw. Urs Paul Engeler bereits so wenig glaubwürdig, dass kaum noch ein Medienschaffender ihren Anwürfen näher nachgehen will? Oder erachten die Medieschaffenden Rassismus nur ann als ein Thema, wenn er von Rechtsextremisten begangen wird? Zehn Tage nach Erscheinen von Engelers Vorwürfen dementiert Müller die Vorhaltungen. Reichlich spät, aber es bleibt Aussage gegen Aussage.