Gegen vier Uhr nachmittags stechen Jugendliche einen 25jährigen nigerianischen Asylbewerber nieder, der auf den Zug wartet. Ein Jugendlicher war zuerst auf den Wartenden zugetreten und hatte einen Streit begonnen, dann waren zwei weitere Burschen dazugekommen. In der Folge erhielt das Opfer mehrere Messerstiche in den Bauch. Die drei Täter flüchteten unerkannt. Noch gleichentags verbreitet der rechtsextremistische Newsdienst "Freie Stimme", der Asylbewerber sei 'termingerecht' (Anführungszeichen im Orginal) niedergestochen worden. "Ohne über den genauen Hintergrund Bescheid zu wissen, erstaunt es schon, dass gerade vier Tage vor der Abstimmung über die Asylinitiative ein Asylbewerber niedergestochen wird. Bestimmt wird dieser tragische Vorfall von der Presse so zurechtgebogen, dass er propagandistisch für die Gegenkampagne zur Asylinitiative genutzt werden kann. Besonders im heutigen oberflächigen Medienzeitalter kann mit Emotionen viel mehr erreicht werden als mit Fakten." Fakt ist: Das Opfer musste schwer verletzt mit dem Helikopter ins Spital eingeliefert werden.
Zwei Tage später, am 22. November, nimmt die Polizei einen jungen Mann fest, gegen den sich Verdachtsmomente ergeben hätten.