Sechs Vorstellungen an drei Tagen sind für diese Woche angekündigt, alle sind sie ausverkauft. Die Stadt Nyon hat die Auftritte Dieudonnés nicht verbieten wollen oder können. Das Bundesgericht hatte die Verweigerung eines Saales durch die Stadt Genf unlängst gerügt, als Verletzung der Meinungsäusserungsfreiheit. Die Nyoner Stadtregierung kündigte jedoch Aufzeichnungen der Produktionen an, um bei Übertretungen der Rassismus-Strafnorm Belege vorweisen zu können.
Der Coordination intercommunautaire contre l'antisémitisme et la diffamation CICAD genügt diese Haltung nicht: Wie man denn angesichts von Dieudonnés Antsemitismus schweigen könne, fragt sie auf einem Flugblatt. Dieudonné sei nicht mehr ein "umstrittener Komiker", sondern der Anführer einer buntscheckigen antisemitischen Bewegung. CICAD ist mit einem Stand vor dem Theater präsent. Das anreisende Publikum ist meist jung, männlich, und trägt selten Zeichen, die auf eine politische Gesinnung schliessen lassen. Nur ein junger Mann (T-Shirt-Inschrift "Bad Cowboy") schreit mehrmals Slogans, einmal auch gegen die Medien, sie seien "Kollaborateure". Auch posiert er für Fotografen mit dem Quenelle-Gruss, den die einen als "Anti-System-Geste" beschreiben, andere als umgekehrten Hitlergruss und antisemitische Geste interpretieren. Die umstrittene Geste zeigt auch Dieudonné bei seinem Auftritt. Er gilt allen, die sich in den vergangenen Monaten mit ihm angelegt haben, der CICAD wie auch der englischen Königin. Heute haben die britischen Behörden eine samstägliche Meldung von Tagesanzeiger/Newsnet bestätigt, wonach englische Behörden ein Einreiseverbot gegen den französischen Staatsbürger ausgesprochen hätten.