Der Schweizer Holocaust-Leugner Jürgen Graf tritt wieder einmal öffentlich auf und spricht vor knapp zwei Dutzend Interessierten, quasi in der Bedeutungslosigkeit. Mehr Beachtung verdient allerdings, dass der Vortrag an einer Privatuniversität stattfindet, die vom bekannten russischen Rechtsextremisten Wladimir Schirinowski, Anführer der Liberal-Demokratische Partei Russlands, gegründet wurde. Grafs Referat werde, so die Ankündigung auf einer einschlägigen Internet-Site, im Laufe dieses Jahres auch in einem Sammelband erscheinen, der von Schirinowskis Partei verbreitet werde. In seinem Referat gibt Graf, der sich vor bald zehn Jahren durch Flucht der Strafverfolgung in der Schweiz entzog, noch ein Detail seiner Lebensgeschichte preis. Als er Anfang der 1990er-Jahre zum Holocaust-Leugner geworden sei, so berichtete Graf im Stil eines Neubekehrten, sei er Atheist gewesen, "zum Christentum fand ich erst ein paar Jahre später". Ein Christ mehr also, der den Holocaust leugnet.