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Lyss BE27. Juni 2016

In der Gemeinde belegt eine Gruppe von Fahrenden, mit insgesamt 24 Wohnwagen, einen Parkplatz. Im Gemeindeparlament beklagt eine SVP-Vertreterin: "Einer fischte sogar im Lyssbach". Auf Nachfragen woran sie den Fahrenden erkannt habe, verteidigt sie ihr Parteikollege und Gemeinderat Jürg Michel: "Wenn man die Zigeuner nicht vom Sehen her erkennt, dann spätestens mit der Nase." Er erntet Raunen und Stirnrunzeln der Anwesenden. Gegenüber Medienschaffenden bekräftigt er jedoch anderntags: "Ich habe an und für sich nichts gegen diese Menschen. Aber sie hinterlassen einfach jedes Mal eine Sauerei». Und auch: "Sie nehmen nur und geben nie etwas zurück." Tage später erstatten die Jusos Bilingue Anzeige wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm, ebenso die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) und die transnationale jenische Organisation Schäft Qwant. (Kommentar: Manchmal würde es nicht schaden, wenn man sich vor einer Anzeige sachkundig macht. Nicht jede rassistische Äusserung ist auch strafbar.)