Die Luzerner Junge SVP macht Druck, damit ausländische Schrebergärtner auf ihrem Gartenplätzli eine Schweizerfahne hissen. In einer Nacht-&Nebel-Aktion zieht sie in der Schrebergartensiedlung Sedelstrasse rotweisse Flaggen auf. Die Aktivisten hätten, so schreibt die Jungpartei, die Anlage "verschönert". Bis anhin hätten nur ausländische Flaggen geweht. "In unseren Augen bedeutet dies, dass sich deren Besitzer mehr mit einem anderen Land identifizieren können als mit der Schweiz. Durch diese Aktion möchten wir die Besitzer wieder darauf aufmerksam machen auf welchem Grund und Boden sie ihre Rüebli, Tomaten und Salate ernten." Frei nach Max Frisch: Herrenvölkler sahen sich in Gefahr: Sie wollen gefügige ArbeiterInnen und es kamen selbstbewusste Schrebergärtner.
Rund zwei Wochen später nehmen Unbekannte die Schweizerfahnen wieder von der Stange und verbrennen sie. Sie fotografieren die brennenden Stoffe und ein Plakat "Nationalismus ist ein Angriff auf das schöne Leben. Antifaschistische Aktion". Auf der Online-Plattform Indymedia begründen die Unbekannten ihre Aktion, die JSVP habe den Besitzern der Schrebergärten nationalistische Symbole aufgedrängt. Die Flaggen seien durch antifaschistische Symbole ersetzt worden.