Gegen halb vier nachmittags versammeln sich rund vierzig Rechtsextreme. Sie marschieren durch die Altstadt zum Untersuchungsgefängnis. Sie tragen ein kleines Transparent "Lasst unsere Kameraden frei". Einige Tage vorher waren mehrere Männer, die alle zur rechten Szene zählen, in Untersuchungshaft gesetzt worden, weil ihnen ein Angriff auf mehrere junge Männer vorgeworfen wird. Die Kantonspolizei stoppt die unbewilligte Demonstration nicht, da es sich um eine "Spontankundgebung" handle. Auch orientiert sie die Öffentlichkeit nicht über den Vorfall. Gegenüber der Basler Zeitung erklärt später Barbara Umiker, Sprecherin der Justizdirektion, sie hätten den Rechten keine Plattform geben wollen. Weiter behauptet sie, es sei im Kanton "keine neue rechte Szene" am Entstehen. Auf der Internet-Informationsportal Indymedia, das die Kundebung publik machte, berichtet der unbekannte Schreiber jedoch, es hätten sich unter den Teilnehmern "Nazis aus der Liestaler und Sissacherszene" befunden, die Mehrheit sei "höchstwahrscheinlich aber von ausserhalb" angereist.