Gescheiterter SVP-Politiker bezeichnet Muslime als "neue Barbaren" und erhebt französische Rechtsextremistin zur Heiligen.
Yvan Perrin, einst Drogenfahnder, einst SVP-Nationalrat, einst Vizepräsident SVP Schweiz, einst Neuenburger SVP-Staatsrat, nun fleissiger Schreiber lobt auf dem Blog "Les observateurs" die französische Rechtsextreme Marion Maréchal über jeden Klee, als "Heilige Geneviève unseres Jahrhunderts". Er stilisiert sie damit als Verteidigerin des christlichen Abendlandes. Der Legende nach hatte die asketische Jungfrau Geneviève im 5. Jahrhundert vorausgesagt, dass der Hunnenkönig Paris verschonen werde. Und so sei es denn auch geschehen, nachdem sie gefordert hatte, die Männer sollten die Stadt verteidigen und die Frauen sollten beten. Perrin behauptet nun, die einstige Abgeordnete des Front National FN verkörpere "den Widerstand gegen die neuen Barbaren, die von fast überall her gekommen seien, unter den Rufen 'Allah Akbar', gewillt den Geist der ältesten Tochter der Kirche zu vernichten" ("la dame incarne la résistance face à ces nouveaux barbares venus d'un peu partout aux cris d'Allahu akbhar, désireux de détruire l'âme de la fille ainée de l'Eglise").
Anlass für Perrins Überschwang ist die Ankündigung der 28jährigen Enkelin des FN-Parteigründers Jean-Marie Le Pen im Herbst in Lyon eine Akademie für politische Wissenschaften zu eröffnen, mit dem Anspruch, die zukünftigen Exponenten der (Ganz-)Rechten auszubilden. Marion Maréchal war 2012 mit 22 Jahren in die französische Nationalversammlung gewählt worden und im vergangenen Sommer 2017 nach den französischen Präsidentenwahlen und nach Meinungsverschiedenheiten mit ihrer Tante Marine Le Pen von ihren politischen Ämtern zurückgetreten. Französische Kommentatoren orakeln, ob Maréchals Ankündigung ihre Rückkehr in die Tagespolitik bedeute.
Nachtrag vom 3. Mai 2018: Perrin kündigt an, er wolle bei den Nationalratswahlen Ende Oktober 2019 kandidieren.