SVP-Staatsrat Oscar Freysinger sieht sich für einen Freund um eine Stelle in seinem Departement um. Dies ist nichts Aussergewöhnliches im Wallis, dem Kanton der Klientelwirtschaft. Wenn auch die SVP als Oppositionspartei diese Praktiken lauthals kritisierte. Kantonale Lohngeldern erhalten soll, gemäss einer Meldung des Tages-Anzeigers, Slobodan Despot, ein serbischer Nationalist, mit einem ausgeprägten Hang für rechte Verschwörungsphantasien. Vor allem aber bestreitet Despot den Völkermord an bosnischen Muslimen in Sebrenica, begangen unter dem bosnischen Serbengeneral Ratko Mladic. Die Stellensuche ist nicht der erste Freundschaftsdienst, den der SVP-Politiker Freysinger dem Verleger und Autoren Despot zukommen lässt. Im März 2012 verlangte Freysinger mit einer Motion eine Änderung der Rassismus-Strafnorm, so dass die Leugnung von Völkermorden nicht mehr strafbar wäre. In der Begründung stützte Freysinger sich auf eine Argumentationslinie, die ausschliesslich von Holocaust-Leugnern vorgetragen wird und von unzutreffenden Annahmen ausgeht. Der Bundesrat lehnt die Motion ab, die Beratung im Parlament ist noch ausstehend. Vom kritischen Oberwalliser Magazin "Rote Anneliese" im Frühling 2013 über seinen Einsatz für Holocaust-Leugner konfrontiert, bezeichnete Freysinger Holocaust-Leugner als "Vollidioten". Doch das gilt nicht für den Genozid-Leugner Despot, den er für einen besonders kultivierten Menschen hält. Freysinger kann sich, so der Tages-Anzeiger, vorstellen, Despot als "rechte Hand für die Kommunikation" einzustellen.