Vielen war er bekannt als Erfinder der Kinderparty-Gesöff "Rimuss". Jahrzehntelang belieferte er Schweizer Redaktionen mit Leserbriefen. In denen trat Emil Rahm für eine nationalistische Schweiz ein und bekämpfte alle Annäherungen an internationale Organisationen, sei dies nun die UNO oder die EU oder die Bilateralen Verträge. Ähnliche Ansichten verbreiteten viele andere Leserbrief-Schreiber auch. Der Hallauer Rimuss-Produzent verband seine nationalkonservativen Texte jedoch gerne mit antisemitischen Anspielungen und Hinweise auf "Freimaurer"-Logen. Kritik an seinen antisemitischen Texten wies er stets rechthaberisch und vehement von sich.
Anders als andere Leserbriefschreiber verfügte er über genügend finanzielle Mittel, um seine reaktionären Ansichten auch mit landesweiten Inseratekampagnen zu verbreiten. Ebenso betrieb er eine Postille mit dem Titel "Memopress", später "Prüfen+Handeln" und einen Versand mit verschwörungsphantastischen Büchern. Er gehörte 1994 zu den Mitbegründern eines Rechtsaussen-Komitees gegen das "Antirassismus-Gesetz". Auch nach der Referendums-Niederlage kämpfte das SVP-Mitglied mit Petitionen und Eingaben gegen die neue Strafnorm. Auch hier erfolglos. Mindestens zweimal geriet er in eine Strafuntersuchung, beide Male wegen der Einfuhr antisemitischer Bücher. Einmal endete das Verfahren mit der Beschlagnahmung der Bücher, das andere Mal mit einem Schuldspruch. Bereits vor rund zehn Jahren kündigte er seinen Rückzug aus der Politik an. Nun ist Emil Rahm 85jährig in Hallau verstorben.