Falvien Valloggia, Anwalt und Oberstleutnant der Schweizer Armee, veröffentlicht unmittelbar nach Ende des Fussball-Weltmeisterschaft-Finalspiels auf seinem Facebook-Konto das Bild eines Orang-Utans, der den Pokal des Fussballweltmeisters trägt. Er kommentiert damit den Sieg der französischen Mannschaft, in deren Team viele Spieler schwarzafrikanischer Herkunft spielen. Valloggia erntet heftige Widerrede und entschuldigt sich zuerst halbbatzig für sein "Scherzfoto". Nur: In den Fussballstadien kommt es immer wieder vor, dass Spieler schwarzer Hautfarbe durch Skandieren von "Affenlauten" beleidigt werden. Der "Blick" schreibt weiter: "Die Armee ist bestürzt über den Facebook-Eintrag des Militär-Kaders der Territorialeinheit 1: Der zuständige Kommandant akzeptiere den Post des Offiziers nicht. «Er befiehlt dem Offizier, seine Funktionsbezeichnung von Facebook zu löschen." Valloggia später: "Er sei tief betroffen über die vielen Reaktionen, die er mit dem "völlig deplatzierten" Post ausgelöst habe. Er verstehe nun, dass die Interpretation des Bildes Leute schockiere. Das sei nie seine Absicht gewesen.
Er ist nicht der einzige Westschweizer, der auf Facebook mit einem Affenvergleich auf den französischen Sieg reagiert. Pascal Mancini, Mitglied der Schweizer Staffel über 100m Sprint, verlinkt zuerst einen Videobeitrag einer rechtsextremen französischen Site über Randale und Plünderungen und veröffentlicht dann - ebenfalls kommentarlos - den Videoclip einer Fütterung von Affen. Als erstes reagiert Samuel Klay, Exponent der rechtsextremistischen Résistance Helvétique: "Die Champs-Elysées gestern abend. (Les Champs-Elysées hier soir"). Ein weiterer Kommentator schreibt von "Lumpenpack des Zoos, das plündert ... wie gestern abend auf derChamps-Elysées (Les racailles du zoo qui pillent. ...comme hier soir sur les Champs Élysées...)" Mancini frequentiert seit längerem das rechtsextreme Milieu, in der Weschweiz wie auch in Frankreich. Erst vor wenigen Wochen berief er sich für sein Training auf den Leitspruch eines "Léon D.", dahinter versteckt sich Léon Degrelle, einst Führer der belgischen Rexisten und Offizier der Waffen-SS, zuletzt offiziell im Rang eines SS-Standartenführers. Bis zu seinem Tod (1994) blieb Degrelle Nationalsozialist, bewundert von vielen Rechtsextremen.
Nach Medienberichten wird Mancini vom Verband Swiss Athetics die Lizenz vorläufig die Lizenz entzogen, dass der Sprinter an der Leichtathletik-Europameisterschaft nicht teilnahmeberechtigt ist.