Die SVP lässt einen Antisemiten auf ihrer Liste für den Grossrat kandidieren. Auch vermeidet sie, sich von Julien Fonjallaz zu distanzieren: Er war 2007 bei der FDP der Genfer Gemeinde Chène-Bourg von der Kandidatenliste gestrichen worden, da er behauptet hatte, der Holocaust werde "in imperialistischer, ja einigen Fällen sogar in terroristischer Art (im intellektuellen Sinn)" gebraucht. Diese Instrumentalisierung habe "zum Ziel die Eroberung des kollektiven Gedächtnis in Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg." Nun kandidiert Julien Fonjallaz auf der SVP-Liste für den Genfer Grossen Rat. Auch wenn er weiterhin antisemitische Vorstellungen verbreitet. Dies berichtet die Genfer Zeitung "Gauchebdo". Fonjallaz habe auf seiner Homepage geschrieben "Wie viele Personen sind ruiniert, ins Gefängnis gestreckt worden, weil sie die zionistische Version des Holocaust in Zweifel gezogen haben?". Doch bei der SVP-Kantonalpartei sieht man vorerst keinen Handlungsbedarf. Wie die Wahlkampfleiterin und Nationalrätin Céline Amaudruz gegenüber der Zeitung "20minutes" erklärt. Fonjallaz erfülle alle Bedingungen für einen Kandidat, er sei ja nicht vorbestraft und gegen ihn laufe auch keine Strafuntersuchung. Die SVP habe mit Fonjallaz Kontakt aufgenommen und ihn um eine Stellungsnahme gebeten. Es ist der zweite SVP-Kandidat, der wegen seiner diskriminierenden Vorstellungen in Kritik gerät. Nur wenige Tage vorher war bekannt geworden, dass der SVP-Kandidat Jérémy Gardiol behauptet hatte, dass Homosexualität "eine Krankheit" sei und dass bei Krankheiten "betroffene Personen" in "Spezialkliniken" behandelt würden.