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Emmenbrücke LU30. April 2014

Mitorganisator Anian Liebrand, Präsident JSVP Schweiz, hat mir zwar nicht gestattet, die Veranstaltung "Direkte Demokratie – ein Reizbegriff rüttelt Europa auf" zu besuchen ("Da wir eine angenehme Atmosphäre durch Ihre Präsenz leider nicht für möglich erachten, möchte ich Ihnen hiermit absagen."). Was Liebrand mir verschweigen wollte, wird mir nun langsam klar, zwei ziemlich belämmerte Vorträge nämlich. (Aber das gehört zu meinem Berufsrisiko). Der Auftritt von Luzi Stamm, SVP-Nationalrat und Iran-Reisender, erinnert die Autorin des Blog "etwasanderekritik" an das Verdikt von Karl Kraus: "Es reicht nicht keine Gedanken zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken." Erinnert mich an Stamms Auftritt bei Roger Schawinski.

In Emmenbrücke verbreitete dann auch noch Jürgen Elsässer wortgewandt Politphrasen. Der Blog "etwasanderekritik" berichtet: "Sein erster Satz lautete denn auch: Amerika und Israel seien die grössten Kriegstreiber der Welt. Das Publikum beklatschte den Satz frenetisch und jaulte im Chor «Das stimmt». Dann folgte eine anti-westliche Tirade. Den Libyern sei es unter Gaddafi gut gegangen, respektive jenen, die sich politisch neutral verhalten hätten. Sprich: Die Oppositionellen sind selbst schuld, wenn sie verfolgt, gefoltert, ermordet wurden, weil sie die Einhaltung der Menschenrechte einforderten. Auch den Irakern sei es unter Saddam Hussein gut gegangen. Einzig Amerika sei das Übel der Welt. Dann polterte er los gegen die Zinslobby, die die Welt im Griff habe und erwähnte namentlich Goldman Sachs. Wieder erhielt er für seine regressiven, antikapitalistischen Statements tosenden Applaus von den Jung-SVPlern und anderen Wirrköpfen im Publikum."