Zuerst war das Gedenkkonzert für Ian Stuart Donaldon (ISD) in der Zürcher Oberländer Gemeinde Gossau geplant. Doch die Behörden der Zürcheroberländer verhinderten das Naziskinhead-Konzert, das in der Festhütte Altrüti hätte stattfinden sollen. Nach meinen Recherchen für den "Tages-Anzeigers" kündigten sie den Mietvertrag, weil er unter Vorspiegelung von falschen Tatsachen abgeschlossen worden war. Den Organisatoren aus dem Umfeld des Netzwerkes "Blood and Honour" gelingt es jedoch, den Anlass in einem Bergheim ob Ebnat-Kappel durchzuführen. Sie schleusen die anreisenden Besucher aus dem In- und Ausland über zwei Treffpunkte in Rapperswil-Jona und Ebnat-Kappel zum Bergheim Girlen, abgelegen oberhalb des Toggenburgs. Die Kantonspolizei St. Gallen erfährt von der Veranstaltung erst als die ersten Besucher bereits eingetroffen sind. Man habe "250 bis 300 Personen" gezählt, und mindestens ein Teil des Anlasses habe in einem Zelt auf der Hausterrasse stattgefunden, erklärt Polizei-Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli am Montag. Polizisten vor Ort hätten die Veranstaltung überwacht und keine Rechtsverletzungen festgestellt. Auch keine Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm. Allerdings hat die Kantonspolizei es unterlassen, das Konzert durch Tonaufnahmen zu dokumentieren. Angekündigt waren vier Bands, unter ihnen die Schweizer Gruppe "Amok", deren Mitglieder wegen Drohung und Rassendiskriminierung rechtskräftig verurteilt worden sind.