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Berner Oberland2. Februar 2012

Zehn Menschen haben die Leute der rechtsterroristischen Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) umgebracht, mehr oder weniger unter den Augen der deutschen Staatsschutz-Organisationen. Erst nach dem Selbsttod zweier Gruppenmitglieder kam die Polizei der Gruppe auf die Spur. Nun kommen die Ermittlungen langsam voran, Spuren führen auch in die Schweiz. Wenig bedeutsam dabei ist, wie viele PNOS-Aktivisten wie viele Rechtsextremisten aus den neuen Bundesländern, inbesondere Thüringen, gekannt und gelegentlich getroffen haben. Bedeutsam ist die Frage, wie kam die Tatwaffe von einem Waffenhändler in der Schweiz zu den Mördern. Heute lässt sich ein erstes Zwischenfazit ziehen, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt: "Insgesamt hatten die Killer zwanzig Waffen in ihrem Arsenal, darunter eine Maschinenpistole und zwei Pumpguns. Auch in der Schweiz wird ermittelt. Im Fall der Ceska, mit der die braunen Mörder zwischen 2000 und 2006 neun türkisch-oder griechischstämmige Kleingewerbetreibende ermordeten, kam vor rund zwei Wochen für kurze Zeit ein Schweizer in Haft. Über die Schweiz war die Waffe nach Deutschland gelangt. Der Schweizer soll die Waffe gekauft haben. Seine Frau stammt aus Thüringen." Der Mann war am 20. Januar für zwei Tage in Untersuchungshaft gesetzt, dann wieder freigelassen worden. Warum ist nicht bekannt: Verdacht ausgeräumt oder keine Kollusionsgefahr mehr? Die Berner Polizei hatte nur verlauten lassen, dass der Verhaftete vorher polizeilich nicht bekannt gewesen sei und auch Verbindungen zur rechtsextremen Szene hätten die Ermittler bislang keine feststellen können. Warten wir einmal ab, was die Recherchen von Medienschaffenden ergeben!

Nachtrag vom 6. Februar 2012:
Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet heute: "Thüringer Behörden fahnden nach einem weiteren untergetauchten Rechtsextremisten, der in der Schweiz wegen Waffendelikten aufgefallen ist. Seit August wird der 28-jährige Christian M. per Haftbefehl von der Staatsanwaltschaft Gera gesucht, weil er sechs Monate Haft wegen Volksverhetzung absitzen muss. Es wird vermutet, dass M. in der Schweiz abgetaucht ist. Sowohl die bei der NSU-Mordserie verwendete Pistole des Typs Ceska 83 als auch eine Pumpgun der Zwickauer Zelle stammen aus der Schweiz. Ob Christian M. mit den Waffen zu tun hatte, ist aber unklar."