Ahmed Huber ist verstorben.
Er redete gern, er redete viel. Er tat dies eloquent und rühmte sich der Bekanntschaft, ja Freundschaft von vielen Leuten, die er für wichtig hielt. Seien es nun Holocaust-Leugner wie Jürgen Graf, seien es europäische Rechtspolitiker oder iranische Khomeini-Anhänger oder ägyptische Muslimbrüder, Nasseristen oder algerische Unabhängigkeitskämpfer. Gerne sonnte er sich in einem siegesgewissen Optimismus. Sein Ziel war in den letzten Lebensjahrzehnten eine Allianz von Islam und Europäischer Rechtsextremisten, im Kampf gegen die USA und den "Zionismus".
Albert Friedrich Armand Huber, aufgewachsen in einer einkommensstarken protestantischen Familie, trat in den 50er-Jahren den Sozialdemokraten SP bei und unterstützte den algerischen Kampf für die Unabhängigkeit. Bereits 1962 konvertierte Huber, verheiratet mit einer Ägypterin, zum Islam und nannte sich fortan Ahmed. Er arbeitete lange Zeit als Journalist und Redaktor, zuerst für die sozialdemokratische Presse, eine Zeit lang als Freier Journalist, später für den grössten Schweizer Pressekonzern, Ringier. Bereits in dieser Zeit pflegte er Freundschaften mit Männern, die offen mit Nationalsozialisten sympathisierten, wie beispielsweise mit dem Privatbankier François Genoud.
Nach dem Sturz des Schahs (1979) begeisterte er sich für das islamistische Khomeini-Regime und agierte später auch offen im rechtsextremistischen Milieu in der Schweiz, aber auch in Deutschland. Er gehörte 1990 zu den Mitbegründern der Avalon Gemeinschaft, in der sich Schweizer Naziskinheads, Holocaust-Leugner und andere Rechtsextremisten zu Vorträgen und Gesprächen trafen. 1994 wurde er aus der SP wegen seinen holocaust-leugnenden Aussagen in einem WOZ-Interview (siehe Link Zwischen Halbmond und Hakenkreuz) ausgeschlossen. In dieser Zeit trat Huber auch immer wieder als Redner auf, sei es bei muslimischen Gemeinschaften im In- und Ausland oder bei der NPD.
In den letzten Jahren war es um ihn ruhiger geworden, auch wenn er bis zu seinem Lebensende auf der UNO-Liste terrorismusverdächtigter Personen stand, weil er im Verwaltungsrat einer Bank gesessen hatte, die Al-Kaida finanziell unterstützt haben sollte. Ein Verdacht, der sich nie auch nur annährend belegen liess. Huber hingegen sonnte sich darin, auf einer Liste "von Machthabern" zu stehen, die die Welt "mit Drohung, Aggression und Neokolonialismus" überziehen würden.