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Basel22. Juni 2002

Das Basler Strafgericht verurteilt einen ehemaligen Grenzpolizisten wegen Amtsmissbrauch zu drei Monaten Gefängnis bedingt. Der Polizist hatte Mitte August 2001 im Zug zwischen Badischen Bahnhof und Bahnhof SBB ein in der Schweiz wohnhaftes Ehepaar ausländischer Herkunft tätlich angegriffen und rassistisch beschimpft. Der inzwischen aus dem Dienst ausgeschiedene Beamte wurde noch wegen einer weiteren Anrempelung, diesmal eines Reisenden deutscher Herkunft, verurteilt.

Der Vorfall ereignete sich am 20. August 2001. Ein junges Elternpaar, das kurz vor Mitternacht zusammen mit dem siebenmonatigen Kleinkind mit dem Zug aus Deutschland einreist, wird von zwei Schweizer Zollbeamten zuerst beschimpft, dann geschlagen. Einer der Zöllner packt die Frau - eine seit langem in der Schweiz wohnhafte Ecuadorianerin - am Hals und wirft sie gegen das Fenster des Abteils. Dann zerrt er ihren Mann, einen Einwohner spanischer Herkunft, ins benachbarte Abteil, wirft ihn zu Boden und beschimpft ihn als "Scheissausländer" und "Arsch". Sein Kollege schaut tatenlos zu. Erst später verlangt der Schläger vom Misshandelten den Ausweis. Gegenüber der Basler Zeitung bestätigt ein Geschäftsmann aus Berlin die Schildung der Opfer: "Die beiden Zöllner waren sehr aggressiv in ihrem Dienst unterwegs und wollten offensichtlich provozieren."