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Basel21. Juli 2010

Als PNOS-Sektionspräsident veröffentlichte Philippe Eglin im Juni 2009 den eingeklagten Text, als Ex-Sektionspräsident steht er vor dem Strafgericht. Knapp vier Wochen vor dem Gerichtstermin ist er von seinem Posten zurückgetreten, wie andere PNOS-Exponenten vor ihm in gleicher Lage. Selbstverständlich liess die Sektion verlauten, dass der Rücktritt nichts mit Eglins Rendez-vous mit dem Richter zu tun habe. Angeklagt war dieser für die Publikation eines Textes, in dem er das Tagebuch der Anne Frank unter anderem als "geschichtliche Lüge" bezeichnet hatte. Das Strafgericht verurteilt Eglin zu 90 Tagessätzen à 120 Franken, macht 10'800 Franken Strafe. Unmittelbar nach der Gerichtsverhandlung motzt Eglin noch in eine Fernsehkamera, es sei «traurig für die Schweizer Eidgenossenschaft, dass man die freie Meinung unterdrücken" lasse. Noch gleichentags entfernt die PNOS-Sektion den inkriminierten Text von der Homepage, das Gericht hatte ein weiteres Strafverfahren in Aussicht gestellt. In einer Medienmitteilung schreibt die Sektion, Eglin sei zu einer unbedingten Geldstrafe «verdonnert» worden, weil er «von seiner Meinungsfreiheit anscheinend zu exzessiv Gebrauch gemacht hat und es gewagt hat, die Echtheit der Tagebücher von Anne Frank infrage zu stellen». Im weiteren bezeichnet die Partei das Verfahren als "Farce sondergleichen" und kündigt eine Appelation an.