390 Stimmende legen in Kleinbasel eine unveränderte Liste der "Volks-Aktion gegen zuviele Ausländer und Asylanten" VA in die Urne, 84 eine veränderte. Dies genügt, dass die rechtsextreme Kleingruppe, gegründet und angeführt vom 49jährigen Eric Weber, zwei Sitze im neugewählten Grossen Rat erreicht. Neben Weber der bis anhin unbekannte Martin Gschwind. Bei einer Wahlbeteiligung von knapp 38 Prozent erreicht die VA knapp 5,5 Prozent der Stimmen und übertrifft damit auch das Wahlquorum von 4 Prozent.
In den letzten vier Tagen des Wahlkampfes sass VA-Anführer Eric Weber allerdings in Untersuchungshaft, wegen Verdacht der Wahlfälschung und des Stimmenfangs. Weber hat einschlägige Erfahrungen, er ist bereits mehrmals wegen Wahlvergehen verurteilt worden.
Webers Wahl überrascht nur teilweise, er hat in den vergangenen Jahren immer wieder an Wahlen teilgenommen. Ab 1986 sass er als neonazistischer Parlamentarier zuerst für die "Nationale Aktion" NA und später für seine (VA) im baselstädtischen Grossen Rat. Er erregte damals mehrmals Aufsehen durch flegelhafte Auftritte. Später beantragte er vergeblich "politisches Asyl" in der Bundesrepublik Deutschland, wo er sich auch erfolglos als Journalist zu etablieren versuchte.
Bei seinen verschiedenen Wahlbeteiligungen in den letzten zehn Jahren erreichte Weber mehrmals überraschend viele Stimmen, allerdings keinen Sitz. Dieses Mal konnte er auch auf die Unterstützung der nicht mehr kandidierenden Schweizer Demokraten SD zählen, für die Weber früher auch schon kandierte hatte.
In ersten Interviews nach der Wahl erklärte der neugewählte Parlamentarier gegenüber lokalen Medien, dass er "das Parlament lahmlegen" wolle. Auch sonst vertritt er Ansichten wie sie bei Rechtsextremisten üblich sind. Er fordert "Internierungslager für Asylanten" und die "Todesstrafe für Drogendealer", alles unter dem Programmtitel "Die Schweiz den Schweizern und Kleinbasel den Kleinbaslern".