Vor dem Bezirksgericht muss sich Wily Schmidhauser, Sekretär der Schweizer Demokraten Thurgau, veranworten. Er hatte zwei Wochen vor der Minarett-Verbot-Abstimmung (November 2009) in Ulrich Schlüers "Schweizerzeit" einen Text publiziert, worin er die "Massenheimschaffung der Muslime" forderte, andernfalls werde "unser Volk" zerstört. Schlüer war bereits im Dezember 2012 freigesprochen worden, weil er an der Produktion des Texes nicht beteiligt gewesen sei. Die Einstellungsverfügung macht auch deutlich, wie schluderig auf der "Schweizerzeit"-Redakton gearbeitet wird. Im Untersuchungsverfahren hatte Abschlussredaktor Reinhard Wegelin erkärt, es habe ihm die Zeit gefehlt sich gross mit Schmidhausers Text zu befassen. Auf den ersten Blick habe er nichts Problematisches gefunden. Und schon war der Text im Blatt. Nach einem ersten kritischen Medienbericht hatte sich Schlüer flugs für den Beitrag entschudligt.
Die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Andelfingen dauert einen ganzen Tag. Schmidhauser lässt drei Zeugen auftreten. Er fordert einen Freispruch, plus 30'000 Franken für seine Familie und 50'000 Franken für die Partei, da sie unter dem langen Verfahren gelitten hätten. Der Staatsanwalt hat noch weitere acht Textstellen aus den Jahren 2010 bis 2013 in die Anklageschrift aufgenommen und plädiert für 60 Tagessätze à 90 Franken bedingt und 2000 Busse, dies wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm sowie Störung der Glaubens- und Gewissensfreiheit. Das Gericht erkennt auf Rassendiskriminierung und einer bedingten Strafe von 40 Tagessätzen ä 90.00, sowie 1000.- Busse. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.