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Altdorf UR22. September 2010

"Renato" liess er sich am 5. August 2007 nennen, als er auf dem Rütli zu seinen rechtsextremen GesinnungskameradInnen sprach. Als Markus Martig steht er vor dem Obergericht Uri, angeklagt auch der Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm. Er hatte damals zuerst den Holocaust-Leugner Philippe Brennenstuhl gelobt und später behauptet: "Auch das Antirassimusgesetz wurde nur dafür installiert, um eine geschichtliche Lüge zu stützen um dem Schweizer das Aussprechen der Wahrheit zu verbieten. Das Antirassismusgesetz ist ein typisches Gesetz, von fremden Mächten auferlegt, um uns in unserer Wehrhaftigkeit einzuschränken." Das Landgericht Uri hatte Martig zu einer Busse von 200 Franken und einer bedingten Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu 100 Franken verurteilt. Kurze Zeit nach der Publikation dieses Urteils war er aus dem PNOS-Vorstand wie auch aus dem Vorstand der Sektion Emmental zurückgetreten.
Vor dem Obergericht verlangt Martigs Verteidiger einen vollständigen Freispruch und versteigt sich zur Behauptung, die Rassismus-Strafnorm verstosse gegen die Bundesverfassung. Auch sonst trägt er wenig Substanzielles zur Entlastung seines Mandanten vor. Martig selbst ist sich keiner Schuld bewusst. Tage später gibt das Obergericht bekannt: Es bestätigt das Urteil gegen Markus Martig, einst Mitglied des PNOS-Vorstandes, einst Exponent der PNOS-Sektion Emmental. Ausserdem überbinden die Richter ihm die Kosten des Verfahrens vor Obergericht, macht 4'900 Franken