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Alt St. Johann23. November 2005

Das «St.Galler Tagblatt» berichtet, dass der Arzt Jörg Michel und seine Familie seit Mai aus rassistischen Motiven bedroht und geschädigt werden. «Im Mai erhält der Arzt per Drohbrief eine erste Aufforderung, mit seiner «Niggerfamilie» zu verschwinden. Ein Zweiter folgt. Jörg Michel hofft, dass die Sache damit ausgestanden ist, und legt die Briefe weg. Im Juni kommt es zu ersten Sachbeschädigungen: Der Arzt trifft sein Auto mit vier aufgeschlitzten Pneus an. Wochen später - Michel ist zu einem Notfall gerufen worden - sind wieder alle Reifen zerstochen. Von Beginn weg sind die Sachbeschädigungen von Drohbriefen begleitet, Buchstabe für Buchstabe auf Papier aufgeklebt oder mit Schreibmaschine geschrieben.» Gemeinderat, Kirchgemeinden und die Ortsparteien solidarisieren sich mit der Arztfamilie und rufen zu einer Solidaritätskundgebung auf. Ende November 2005 kündigt der Arzt und kündigt an, im Frühjahr 2006 nach Afrika zu ziehen, um sich dort eine neue Existenz aufzubauen.
Mitte Dezember verhaftet die Polizei eine 43jährige Frau, die als Patientin beim Arzt in Behandlung war. Sie gesteht die Tat, sie habe dem Arzt nahe sein wollen.