Rund 90 Asylbewerber sollen in der Gemeinde Aarburg in zwei Wohnblöcke einziehen. Der Kanton Aargau hat die Immobilien gemietet. Der Gemeinderat hat vorerst die Einquartierung mit rechtlichen und politischen Mitteln bekämpft, nun aber seinen Widerstand aufgegeben und festgehalten: Der Kanton hat "nichts Illegales" getan. Anfang Juli konnten die ersten beiden Familien aus Syrien und Afghanistan eine Wohnung beziehen. Doch nun machen Rechtsextremisten aus der Region Stimmung gegen die Asylsuchenden. Die Partei National Orientierter Schweizer PNOS Aargau berichtet Ende vergangener Woche, sie habe "sämtliche Briefkästen" mit einem Flugblatt "beliefert". Verbunden mit der Drohung, sie würde "nicht mehr tatenlos zusehen, wie kulturfremde Horden unsere Schweiz" belagerten. Im verbreiteten Flugblatt bemüht sich die PNOS um Zurückhaltung in der Wortwahl, auch wenn die Partei die Angst vor "Diebstählen, Drogenhandel und Belästigungen" schürt. Auch behauptet sie, "Einheimische" würden "vertrieben". Die Rechtsextremen wollen die Flüchtlinge von der Schweiz fernhalten, in "grossen Asylantenunterkünften in Nordafrika, Süditalien und dem Nahen Osten" . Ihre weiteren Forderungen gehen weit über den Asylbereich hinaus, sie zielen auf Erschwerungen bei der Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen und bei den Prüfungen von Einbürgerungskandidaten und der Beschränkung des Familiennachzugs. Forderungen wie sie auch von der SVP vertreten werden. In einer Medienmitteilung kündigt PNOS-Präsident Dominic Lüthard an, die Partei werde den Widerstand "auf Aarburg fokussieren" und "weitere Aktionen" würden folgen.